TEXT ZUR AUSSTELLUNG

Universalkode

Licht, Klang, Raum, Farbe, Form von Stefano Cagol und Arthur Kostner

Hat man die klassische, häufig auf einem Sockel stehende und einen dreidimensionalen Raum einnehmende Skulptur vor Augen, fällt bei den Arbeiten Arthur Kostners auf, dass die geglätteten, gebogenen und bemalten Materialien wie ein leichter Hauch angeordnet sind, als würden sie den Atem anhalten.

 

Der Blick verharrt im Augenblick des Beobachtens und folgt den Umrissen der Arbeit, um ihr Profil zu erkunden. Es ist also nicht die traditionell bearbeitete, manchmal leichte, manchmal schwere Masse der Materie, die Kostner in seinen Skulpturen sucht. Seit Beginn der achtziger Jahre erforscht der Künstler sowohl mit großformatigen, als auch mit Arbeiten kleineren Umfangs die Formen des Raumes.

 

Er verlässt die erzählerische Dimension und wendet sich einer plastischen Definition der Materie zu. Ausgehend von der Verbindung bearbeiteter Holzteile zu einer bildnerischen Darstellung, wo das Objekt abwechselnd zwischen Malerei und Skulptur erkennbar war, bändigt Kostner jetzt Holz und Metall, bis sie die Form der Umgebung annehmen. Reine Farben und klare Linien sind die Merkmale der Skulpturen, die einen in seiner Ausdehnung grenzenlosen Raum zu bestimmen scheinen.

 

Die räumliche und farbliche Auseinandersetzung des Künstlers mit den schlichten, engen Zellen des ehemaligen Gefängnisses führen zu einem kontrastreichen Dialog zwischen den „minimalistischen“ Skulpturen einerseits und der mit Geschichte(n) und Emotionen geladenem Umfeld, die nachdenklich und betroffen machen.

 

In seinen Installationen, Aktionen, Fotografien und Videos setzt sich Stefano Cagol mit gesellschafts-politischen Themen auseinander, wobei er die schnelle Veränderung des Wertesystems und der aktuellen Machtkonzentration unterstreicht. Seine Fotografien oder Videoarbeiten thematisieren nicht außergewöhnliche Momente und Situationen, er verwendet alltägliche Begriffe und Themen, um neue Informationen und Standpunkte aufzuzeigen, wobei er die Deutung zwischen bekannten und neuen, positiven und negativen Bedeutungen offen lässt.

 

In seiner Arbeit für die Galerie vergleicht Stefano Cagol die Idee der individuellen und kollektiven Freiheit mithilfe von weltweiten Codes wie das Morsezeichen mit seiner zweifachen Bedeutung zwischen Geheimnis und Entschlüsselung und mit seinem sprachenübergreifenden Wert, in diesem speziellen Fall der Grenze zwischen italienischer und deutscher Kultur.

 

Dieses Projekt fügt sich in eine jüngere Serie von Arbeiten ein, wie z. B. die Arbeiten „Un-secret Signals“ am Petrin Tower konzipiert für den Jahrtag des Prager Frühlings und „Unable to manage conflicts and shocks” realisiert in der Hoet Bekaert Gallery von Gent, für die Cagol mit gezieltem Einsatz von Licht- und Klangelementen Nachrichten übermittelt.

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