TEXT ZUR AUSSTELLUNG

 

Plus Ultra

Freiheit, Suche und Utopie

Fotografien von Karin Schmuck und Anna Messere

 

Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.

Friedrich Nietzsche

 

 

Die Fortschritte der Menschheit entstehen aus dem, was am Anfang einmal große Visionen waren. Nicht alle dieser Visionen sind erfolgreich und werden zu Utopien, niemals realisierten Projekten. In der  Ausstellung der beiden jungen Fotografinnen geht es  um den Drang des Menschen, die eigenen Grenzen zu überschreiten und sich das Unmögliche vorzustellen. Dies ist die Tätigkeit, welche Wissenschaftler und Künstler verbindet, die Spannung hin zum Unbekannten, die Suche und oft auch das Scheitern, notwendig für das Experimentieren.

 

Karin Schmuck hat für diese Ausstellung Anna Messere eingeladen, gemeinsam an der Idee der Freiheit zu arbeiten, an einer Reise über Grenzen und Begrenzungen, am Experimentieren als Möglichkeit des Menschen zur Befreiung, zur Überschreitung der eigenen wie auch immer gearteten Dimension.

 

Das Grundkonzept der Arbeiten von Karin basiert auf einer Reflexion über die Existenzphilosophie des Absurden, während Anna zwei aus der Geschichte der Wissenschaft entliehene Geschichten beleuchtet: jene des von Wilhelm Reich erfundenen Cloud Buster sowie jene des von Alexander von Humboldt benutzten Zyanometers.

 

Die Ausstellung dehnt sich über drei Etagen aus und zeigt Werke aus dem Bereich Video, Foto, Einzelbilder auf Sofortbildfilm und Site Specific Installationen: im Erdgeschoss befinden sich Werke, welche Orientierungslosigkeit und Absurdität ausdrücken. Beim Hochgehen wir die Ausstellung nach und nach befreiter: in den beiden symmetrischen Zellen es Obergeschosses haben Karin und Anna individuell auf komplementäre Art gearbeitet, während sich in den großen Sälen Werke von beiden befinden. Der letzte Stock stellt dann den Berührungspunkt der beiden Künstlerinnen dar, beide inspiriert von der Erzählung über die Benutzung des Zyanometers, eines Instrumentes zur Bestimmung der Blaufärbung des Himmels ...

 

Die Ausstellung auf der Fläche des Gefängnisses, eines Gebäudes mit einer wichtigen Präsenz und Geschichte, bietet viele Interpretationsmöglichkeiten sowie verschiedene interessante Eindrücke, unter anderem die Verbindung zwischen den scheinbar sehr unterschiedlichen Berufen der Künstler und der Wissenschaftler, beide Erforscher eines Wissens, welches versucht, die Grenzen zu überschreiten.

 

Laura Tori Petrillo

Laura Tori Petrillo (*Zürich, 1971) hat in den letzten zwanzig Jahren an zirka 50 internationalen Ausstellungsprojekten in Italien, Österreich, Belgien und Großbritannien gearbeitet. Sie ist Kuratorin der Ausstellung Plus Ultra und Direktorin der Academy Now.

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Foto ab/dal 2016 © Nora Sölva

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