TEXT ZUR AUSSTELLUNG

Wie frei sind wir draußen?

Fotografie, Audioinstallation von Greta Mentzel und Heinz Mader

Donnerwetter! Bedrohung, Urkraft, Apokalypse, atavistische Angst, Unheilvolles, Gewalt, Geilheit, Frankenstein, Hysterie, Lachkrämpfe, Flucht, Todesangst, Faszination, Befreiung, Explosion, Orgasmus, Gerechtigkeit, Wahrheit, Höhle, Verstecken, Nacktheit, Entladung, Entspannung, Drama, wilde Freiheit, Mahnung, Untergang, Tod, Neuanfang …

 

In der mittleren Etage im Gefängnis kündigt sich der Donner als ein großes Symbol der Macht an. Was kann schon eine volle Plastiktüte aus dem Supermarkt oder ein Insasse des Gefängnisses dagegensetzen? Die wilde Freiheit, die vollkommene Natur, die Dekadenz, der Untergang des Shoppings und der Welt, oder der Zorn Gottes? Er muss es über sich ergehen lassen, der im Gefängnis wie der mit der Plastiktüte.

 

Als Heinz Mader Greta Mentzel seine Schnappschüsse gezeigt hat und seine Idee vom „Innen-Außen“ für die Ausstellung in der Gefängnis Galerie geschildert hat, fielen im Gespräch immer wieder dieselben Worte, es war als ob sie sich im Kreis bewegten. Gefängnis, Freiheit, Gewitter - und das Lied „Riders on the Storm“ von The Doors tauchte darin auch auf, da es mit seinem Sommergewitter ein packendes und äußerst apokalyptisches KunstStück ist.

 

Greta Mentzel und Heinz Mader haben für die Galerie im Gefängnis eine sehr subtile Installation kreiert, da sie von den Räumlichkeiten im Gefängnis sehr inspiriert waren. Daher hängen oder lehnen keine Kunstwerke an den Wänden der Galerie. Das Thema ihrer Arbeit ist das Gefängnis ohne Kunstgalerie. Sie konzentrieren sich ausschließlich auf das Gefängnis, ohne Kunstwerke, und um das wirksam umzusetzen, wurden Fotografien von der „freien Welt“ mit einer Geräusch-Symphonie, einer Klang-Collage aus „Riders on the Storm“ von The Doors, als Gegensatz installiert. Für das Gefängnis setzt Greta Mentzel ein Sample aus verschiedenen Donnern, Regen und anderen Geräuschen zusammen, wobei sie ein bestimmtes Detail aus dem Lied von The Doors wie Kaugummi dehnt, es zerschneidet, mixt und püriert. Das Ganze läuft dann im Loop.

 

Es bleibt die Frage offen, wie frei wir „draußen“ oder gefangen „drinnen“ sind. Ihr Gefühl spricht sich in diesem Kontext absolut gegen eine Kunstgalerie aus. Und zuletzt wollen sie die Tatsache des Gefängnisses nicht kaschieren. Dieses Spiel zwischen „drinnen und draußen“ soll das Gefängnis wieder zum realen Ort zurückführen.

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Foto ab/dal 2016 © Nora Sölva

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