
TEXT ZUR AUSSTELLUNG
Uncaptured.
Rauminterventionen von Diane Krusche und Sophie Lazari
UNCAPTURED. ist ein geteilter Raum. Diane Krusche (Wien) und Sophie Lazari (Berlin) verbinden Textil, Objekt, Zeichnung, Fotografie und Performance.
Seit Jahrhunderten erzählen Frauen* durch Textilien, Körper und Ritual von Trauma und Heilung, von Gewalt und Zärtlichkeit. Durch die gemeinsame Arbeit schreiben die beiden Künstlerinnen diese Geschichte fort: Ein politischer Akt der Schöpfung im Kleid ritueller Kunst. Und sie fragen: Was bedeutet Freiheit? Wurden wir je wirklich befreit? Welche Versionen von Gefängnissen existieren?
Sophie Lazari arbeitet großformatig auf Leinwänden in Live- Performances: Mit einem langen Zopf wird Farbe durch Bewegung auf Stoff übertragen. Der nackte Körper erscheint verletzlich und stark zugleich als Rückeroberung des eigenen Geistes in Fleisch und Blut.
Ein 12 Meter langer, geflochtener Zopf aus synthetischem Haar hängt in den Raum. Diane Krusche flechtet ihn als ein meditatives Befreiungsritual der Ahnenlinie, an deren Schluss sie selbst steht. Haar steht für Wildheit, Sexualität und spirituelle Kraft und für den Versuch, sie zu zähmen.„Luxus“ (Diane Krusche) ein Spitzenbody mit‚ wachsendem‘ Haar, verschiebt Bedeutungen: Sichtbares Körperhaar wird zum Zeichen von Selbstbestimmung. Shibari ergänzt das Narrativ in Ambivalenz, Verbindung und Bindung, gefesselt sein. Das Seil erscheint zugleich als Restriktion und als Strang zwischen Traum und Wirklichkeit, Ohnmacht und Ermächtigung.
UNCAPTURED. begreift Befreiung nicht als romantischen Mythos, sondern als reale, körperliche Praxis und in energetischem Sinne.


