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TEXT ZUR AUSSTELLUNG

_TIME_LINES_

Objekte, Malerei, Graphik von Birgit Knoechl und Sylvia Barbolini

Spannungsgeladene Kontraste ergeben sich aus der Begegnung zweier Künstlerinnen, deren Schaffen und Werk ganz unterschiedlichen Prämissen folgen.

 

In der Ausstellung _TIME_LINES_ sind Arbeiten aus Birgit Knoechls letzter Werkserie der Bildungstrieb der Linie I -LI (2021/2022) zu sehen. In den schwarzweißen Grafiken untersucht die Künstlerin das räumliche Potenzial von Linien, die gleichsam einen Körper entfalten. Die Serie umfasst 51 Blätter und wirkt auf den ersten Blick heterogen, hervorgerufen wird dies durch die unterschiedlichen Papierarten, verschiedenen Mischtechniken und verwendeten Formate.  Bei genauerer Betrachtung werden Gemeinsamkeiten zwischen den Grafiken offensichtlich: man hat es nicht nur mit einer Linie zu tun, sondern stets mit dem Ergebnis von komplexen Übertragungs- und Überarbeitungsprozessen. 

 

Sylvia Barbolini zeigt in den historischen Gefängniszellen Werke, die sich mit den Themen Vergänglichkeit, Wertigkeit und Verfügbarkeit beschäftigten.

Unter anderem ein Gemälde auf Leinwand mit dem Titel Take Away, das die einstige Vielgestaltigkeit des Lebens auf einem im Gras zurückgelassenen Pappteller feiert.

Oder ein Bündel fragil wirkender Ahornsamen aus Glas, denen das Licht wie von draußen noch in den Flügeln hängt. Ihre sorgfältig gewählten und ins Dreidimensionale übertragenen Bilder teilen sich den Raum und die Zeit mit Birgit Knoechls dynamisch gewundenen, wuchernden Linien.

 

Schweigend und doch beredt. Ein spannender, ein gespannter Dialog; im alten Gefängnis von Kaltern.