|

BIOGRAPHIE

Ulrich Egger wurde 1959 in St. Valentin auf der Haide (Südtirol) geboren und lebt in Meran (BZ). Er studierte von 1981 bis
1985 Bildhauerei an der Kunstakademie in Florenz. Während des Studiums widmete er sich ausschließlich der
Bildhauerei. Nach Abschluss des Studiums begann er sich neben der Bildhauerei intensiv mit der Fotografie auseinander
zu setzen. Aufmerksamkeit erregten vor allem seine Foto- und Materialcollagen. Die verschiedenen Motivgruppen zeigen
Industrielandschaften, Stadtlandschaften, Abbruchbauten und Fassaden. Die Methode seiner Arbeitspraxis ist das
Zusammenfügen von unterschiedlichen Materialien wie Stahl, Eisen, Holz, Glas mit der Fotografie. Es geht dabei in fast
allen Werken um die Vergänglichkeit und die urbane Entwicklung. Ulrich Egger dokumentiert und interpretiert. Die FotoMaterialwerke Eggers vermitteln dem Betrachter sichtbare Spuren von Häusern der Erinnerung, in denen die Geschichten
des nicht mehr bestehenden Hauses fortleben. Während in den älteren Werken nie Menschen zu sehen sind, kommen
jetzt in seinen neuen Werken öfters Menschen in verschiedensten Daseinssituationen vor.

www.ulrichegger.net

 

Umberto Cavenago kam in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Mailand zur Welt.

 

Seine Arbeit beruht  auf der Leidenschaft der Kunst- und Projektkultur. Seine Werke, welche immer eine Verbindung des Architektonischen und der Natur aufweisen, legen einen formellen und destabilisierenden Dialog fest, der in Zusammenhang mit einer nicht näher festgelegten Beziehung steht. 

Er arbeitet mit verschiedensten Materialien, benutzt gleichzeitig die neuesten digitalen Techniken.

Seine Vorgehensweise ist in der Kunstszene keinesfalls üblich, findet sich jedoch in der Industriewelt sehr häufig wider: Machbarkeitsstudien, Projekte, Materialwahl, Kostenvoranschläge, Installation. Diese Art, sich dem Thema zu nähern, verbindet Cavenago eher mit der Figur eines Industriedesigners. Dies ist jedoch ein Trugschluss: er entwirft keinen Prototypen für die Serienproduktion und führt seinen Entwurf auch nicht in den Produktionszyklus ein. Er nutzt diese Vorgangsweise, um eine Häresie zu schaffen:  das Einzelstück, jenes Kunstwerk, welches in seiner Einzigartigkeit mit jener Projektkultur nicht in Verbindung gebracht werden kann. 

Umberto Cavenago verändert das Rad, den Gegenstand zur Fortbewegung, zu einem Objekt der Modifizierung und der dreidimensionalen Wahrnehmung, indem er einen soliden Raum schafft, der zugleich jedoch veränderbar, ja gar fahrbar erscheint. Gerade diese Tatsache erzeugt eine gewisse Erschütterung was die eigentlichen Eckpfeiler der Kunst betrifft. Die allgemeine Auffassung, der Betrachter müsse in Kontemplation mit einem Werk, welches unbeweglich scheint, stehen, wird hier völlig zerrüttet.  Viele Werke erscheinen als regelrecht minimalistische Vereinfachungen der Originalobjekte, jeglicher Mechanik entraubt, deshalb auch in gewisser Weise zweckentfremdet: eine Art metaphysischer Schein der serienmäßig hergestellten Objekte.

Neben der Beziehung zwischen dem Innenraum und dem Betrachter existiert ein Zusammenspiel zwischen dem Objekt und seinem Umfeld. Das architektonische Umfeld wird einer genauen und systematischen Betrachtung unterzogen. Viele dieser Werke sind als Teil des Raumes entstanden, den sie jedoch zum gleichen Zeitpunkt wieder destabilisieren.

 

Unter den zahlreichen Ausstellungen des Künstlers sind folgende zu nennen:

die XLIV. Biennale von Venedig im Jahre 1990

Im Laufe dieser Biennale hat der Künstler drei große, selbstfahrende Rahmen auf Rädern gezeigt, welche, angelehnt an die Wände, einige Bereiche des Ausstellungsraumes in das Werk einbauen.

Im gleichen Jahr nimmt er an L’altra scultura im Mathildenhöe von Darmstadt, im Palacio de La Virreina in Barcelona und im Centro de Arte Reina Sofia in Madrid teil.

1991 werden seine Werke in einem eigenen Raum im Metropolis im Martin-Gropius Bau von Berlino gezeigt; einige Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer zeigt er eine Umschiffung, die Säulen mit Rädern von 6 Metern aufweist und nach Westost orientiert ist. Dies soll die Veränderung der beiden Teile Deutschlands untermauern, die sich wieder vereinen. 1992 stellt er seine Werke in der Ausstellung Recent Italian Art, im Center of the Arts in Pittsburgh aus.

1993 schafft er für die Ausstellung In forma im Museo Pecci in Prato das bewegliche Kunstwerk L'arte stanca, welches die Säle diagonal durchfährt und somit die äußersten Winkel miteinander verbindet.

Er nimmt an der Biennale von Johannesburg im Jahr 1995 mit dem linken und rechten Werk teil.

1996 bei Ultime Generazioni bei der XII. Quadriennale d'Arte in Rom zeigt er sein erstes interaktives Werk

La smaterializzazione dell'Arte.

Immer im Jahre 1996, gleich nach der Ausstellung Visioni in der Galleria Nazionale d’Arte Moderna di Roma, vertritt er Italien bei der 23. internationalen Biennale in San Paolo. Dort füllt er einen eigenen Saal mit Computern, die interaktive Szenen italienischer Städte zeigen, welche von opulenten Monumenten gekennzeichnet sind. Die Interaktion mit den Besuchern wurde durch die Möglichkeit hergstelllt, diese Monumente virtuell zu löschen.

1997 schmückt das Werk Nastro trasportatore, eine elektromechanische Skulptur, die Wände des

Le Magasin, Centre National d'Art Contemporain von Grenoble für die Ausstellung “Des histoires en formes”. Im gleichen Jahr stellt er in der Fondazione Melina Mercouri Pneumatiko Kentro in Athen im Rahmen der Ausstellung Exlelixis aus.

2000 kommt es zum Projekt site specific Gallery Crossing für IASKA in Kellerberrin, im Westen Australiens.

2005 und 2011 kommt es zu den Ausstellungen “Scultura italiana del XX secolo” und “Scultura italiana del XXI secolo in der Fondazione Arnaldo Pomodoro in Mailand.

2006 schafft er das Werk Tivoli La 74 für “Sculture in villa” in Villa d'Este, eine Hommage an den Roman von Filippo Tommaso Marinetti "L'alcòva d'acciaio".

2007 wird das gleiche Werk in Padova in der Piazza Insurrezione gezeigt, im Jahr 2009 im Castello Visconteo di Jerago (Varese), im Jahre 2013 in der Reggia di Venaria Reale, 2015 im ex Albergo di virtù (NH Collection in piazza Carlina) in Turin, 2020 auf dem Vorplatz der Kirche Sant'Agostino in Pietrasanta.

Im Jahr 2011 nimmt er an der Ausstellung Il Futuro nelle mani, artieri domani, in den Officine Grandi Riparazioni in Turin für Esperienza Italia150° teil.

2012 stellt er im Cantiere del ‘900 Opere dalle collezioni Intesa Sanpaolo, Gallerie d’Italia in Mailand  in der Dauerausstellung aus.

2018 positioniert der Künstler im Luganosee eine schwimmende Skulptur. Es handelt sich hierbei um  die Interpetation einer Schiffsmine, eine Waffe, welche während der Weltkriege im Einsatz war.

Im Jahr 2020 stellt er Centrifugo in  Peccioli (Pisa) aus. Das Werk besteht aus einem Quadrat, welches innen leer ist. Die Achse ist nicht mehr vorhanden, in Längsrichtung wurde es zersetzt, somit ist es intern um 30° drehbar. Der zerbaute Körper steht auf drei Rädern; zwei davon befinden sich innerhalb des Schwunges und sind mit dem Boden verbunden, die beiden anderen, welche extern angebracht sind, gehen wegen ihres Winkels fast nicht mehr am Boden an. Die Werke wurden in zahlreichen Einzel- oder Gemeinschaftsausstellungen in Privatgallerien gezeigt.

 

Umberto Cavenago war als Dozent an den Accademie di Belle Arti di Bergamo e di Urbino tätig und dort in verschiedensten Professuren tätig. So führte er verschiedenste Projekte im Bereich Malerei, Anatomie, Multimedia Design, interaktive Systeme und Skulptur durch.

Ab dem Jahr 2015 leitet er einen unabhängigen Ausstellungsraum im Inneren einer seiner Dauerausstellungen  L’alcòva d’acciaio von Umberto Cavenago, die sich in einem Wald in den Langhe befindet.

www.cavenago.info